Grundschule Marktl
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Der Weg vom Ei zum Küken

Projekt in der Grundschule Marktl – Im Schulhof gibt’s auch einen Hühnerstall

Marktl. Mei san de liab! O wie süß! Ich möcht’ eins nehmen – Die Mädchen und Buben der Marktler Grundschule sind ganz aus dem Häuschen und wollen die kleinen Küken am liebsten herzen und drücken. Auf einem abgedeckten Tisch im Handarbeitsraum der Grundschule laufen rund 20 zutrauliche kleine Federknäuel, suchen geradezu die Kinder und lassen sich bereitwillig auf die Hände nehmen.




Die Mädchen und Buben hatten ihre helle Freude an den kleinen Federbällen und erfuhren von Josef Ebner und Frederike Lemberger (hinten) viel Wissenswertes über die Hühnerhaltung. − Foto: Kleiner



Beim Projekt "Vom Ei zum Küken" unter der Leitung von Lehrerin Frederike Lemberger ist der frisch geschlüpfte Hühnernachwuchs aber nicht (nur) zum Bestaunen und Liebhaben da. Schnell wird aus den herzigen Singerl ein Gickerl oder eine Henne, die neben dem geeigneten Platz Futter und Pflege brauchen.

Alles Wissenswerte über die Hühnerhaltung und das Ei als wertvolles Nahrungsmittel erfuhren die Kinder einmal von der Lehrerin, die selber Hühner liebt und hält, und von Josef Ebner aus Julbach, dem Vorsitzenden des Geflügelzuchtvereins Tann. Dieser hatte die vorgebrüteten Eier, den Brutapparat und den Käfig mit der Wärmelampe mitgebracht und verstand es, die Schüler für das Federvieh und die Natur im Allgemeinen zu begeistern. Während der zehn Tage war die erste Frage jeden Morgen: "Sind schon wieder welche geschlüpft?" und die Lehrerin sorgte dafür, dass es den kleinen Küken, eine bunte Mischung aus zukünftigen Legehennen, an nichts fehlte.

Schon im Vorfeld war die Hühnerhaltung ein Unterrichtsthema. Josef Ebner schaute öfters vorbei und klärte anschaulich über die verschiedenen Eier, Rassen, die Zucht, Fütterung und den Vorteil der Freilandhaltung auf. Außerdem stellte er das Ei als gutes Nahrungsmittel –"es enthält alle Bausteine des Lebens"- heraus. Die kleinen Federbälle wurden mit jedem Tag munterer und alle Kinder waren traurig, als sie nach zehn Tagen wieder Abschied nehmen mussten. Sie verstanden aber auch, dass sie einen guten Platz zum Aufwachsen brauchen – und den finden sie bei Ebners Tochter und Hühnerzüchterin Kathrin Schleindlsperger in Irging bei Simbach/Inn. Vater und Tochter haben es sich zur Aufgabe gemacht, den Nachwuchs über die Hühnerhaltung aufzuklären und begleiten öfters derartige Projekt in verschiedenen Schulen im Raum Rottal-Inn.

Die Kinder haben ihre Erlebnisse mit dem Federvieh auch in Aufsätzen mit Titeln wie: "Wie geht man mit den Küken um?"Augen auf beim Eierkauf" oder "Unterschied zwischen Hahn und Henne" niedergeschrieben.

"Super gelaufen", sagte Josef Ebner, auch zum Bruterfolg. Als Vereinsvorsitzender mit rund 200 Mitgliedern, darunter etwa 40 Jugendlichen, freut er sich über großen Zulauf und fügt hinzu, dass die Hühnerhaltung gerade in Coronazeiten im Aufwind sei. Vielleicht werden aus den Mädchen und Buben der Marktler Grundschule auch mal Jungzüchter - vergessen werden sie das Erlebnis so schnell gewiss nicht.

"Vom Ei zum Küken" war hier nicht das erste Hühnerprojekt: Vor drei Jahren lebten auf Initiative von Frederike Lemberger schon mal Hennen in einem kleinen Stall am Rand des Schulhofs, die von den Kinder mit Unterstützung der Eltern und Lehrkräfte heiß geliebt und umsorgt und später von der Lehrerin dauerhaft aufgenommen wurden. − mk





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